Lärmpausen gesucht

Gerade könnte ich schreien, was mir aufgrund des Themas über welches ich schreiben möchte schon wieder witzig vorkommt. Ich brauche morgens inzwischen keinen Wecker mehr zu stellen, da ich mich darauf verlassen kann vom morgendlichen Berufsverkehr wachzuwerden. Dabei wohne ich in keinem Innenstadtbereich, sondern in einer ehemals ruhigen und ehemals sehr grünen Wohnsiedlung.
Hinzu kommt, dass gegenüber in den letzten 1,5 Jahren, ein Einfamilienhaus abgerissen wurde und auf diesem Grundstück ein dreistöckiges Mehrfamilienhaus gebaut wird. Baulärm von Montag bis Samstag. Konkret heisst das zum Beispiel heute: ein großer Kran wurde morgens aufgebaut, Paletten von Bausteinen wurden vom LKW mitten auf der Straße entladen, dazu die Bauarbeiter die sich Anweisungen zuschreien und der Baggerarbeiter der Erde umgräbt.

Vor kurzem habe wirklich morgens gejubelt, als ich bemerkte wie still es auf der Baustelle war. Ruhetag?Doch dann kamen auf das Nachbargrundstück zwei Landschaftgärtner gefahren und legten mit Ihren Laubbläsern los. Natürlich kam an diesem Tag auch noch der Mann mit dem schwarzen Mercedes, der seinen Motor laufen lässt, wenn er Zigaretten holt, gerne auch um 3 Uhr Nachts. Vielleicht kann er da ja auch nicht schlafen, weil ihn der Zeitungsjunge mit dem frisierten Roller geweckt hat?

Das Problem ist, ich bin zu Hause deswegen sehr geladen und meine Lebensqualität ist stark eingeschränkt. In dem Zuhause, welches mir eigentlich zu Erholung dienen soll. Sonnenbaden auf der Terasse, zu laut. Fenster auflassen. Zu laut. Nachts durchschlafen immer schwieriger. Wirklich mal einen konkreten Tag planen um in Ruhe zu Hause zu arbeiten. Geht einfach nicht. Es ist unberechenbar.

Mir fehlen die Lärmpausen rund um meine Komfortzone „zu Hause“. Meine Nerven sind dadurch angespannt. Und ich bin sicher, ich bin nicht die Einzige der es so geht. Anscheinend kann man nichts dagegen tun. „Baustellen und Baumaschinen sind halt laut.“ „Überall wird gerade gebaut“, „Die Laubbläser erleichtern die Arbeit“…

Ich glaube Rücksicht ist ein Schlüssel vielleicht auch bessere Planung und Anreize zu schaffen. Nachbarn bekommen zu Beginn einer Baustelle bunte Ohrenstöpsel verteilt und einen netten Brief mit Ansprechpartner bei Lärmproblemen, vielleicht auch einen Newsletter mit den Terminen wann es besonders laut wird. Dann kann ich meinen Homeofficetag anders legen oder den Kaffeklatsch. Eine weitere Idee soetwas wie Lärmzeitzonen schaffen für Wohngebiete z.B. Dienstags und Samstags von 8-12 Uhr dürfen laute Maschinen eingesetzt werden und diese Tage wie beim Abfallkalender regeln. Biomüll, Restmüll, Lärmmüll. Und jeder der seinen Motor beim Zigarettenholen abstellt, bekommt ein Gratisbonbon,

Ich möchte einfach jede und jeden Einzelnen darum bitten, etwas leiser zu sein, dazu beizutragen, dass es wieder mehr Lärmpausen und Ruheoasen für uns Menschen gibt. Dafür müssen wir uns auch öfter fragen welche Auswirkungen mein Handeln auf andere Menschen hat. Würde mich freuen, wenn Sie sich dieser rücksichtsvollen, klugen und freundlichen Sorte von Menschen anschliessen.

Ihre Sandra Plazibat

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